Phoenix Konzerthalle mit Club, Dortmund

Um- und Anbauten einer ehemaligen Gichtgashalle / Phoenix Hüttenwerke zu einer Konzerthalle
 Phoenixhalle  Konzerthalle Phönix

Die Phoenix Halle verweist als eines der wenigen noch bestehenden historischen Bauten des ehemaligen Stahlwerks Phoenix West auf die industrielle Tradition des Stadtteils Hörde. Innerhalb des Innovationstandortes Phoenix trägt die Halle maßgeblich zum Flair des Gebietes bei.

Mit ihrer visuellen Beziehung zum heutigen Industriedenkmal des verbliebenden stillgelegten Hochofens und der direkten giebelseitigen Adresse zum „neuen“ Phoenixplatz ist die Phoenixhalle im Standort repräsentativ eingebunden.

Die 1905 zunächst als Gasgebläsehalle errichtete und später, bis zur Stillegung als Reserveteillager genutzte Phoenixhalle wurde seit 2003 hauptsächlich als Ausstellungshalle genutzt und soll zukünftig als Konzert-, Eventhalle dienen. Dieser Nutzung kommt sowohl die Präsenz zum Phoenixplatz als auch die Sichtbeziehung zu dem imposanten Hochofenrelikt entgegen. Die Konstruktion der Halle und die Patina des Vorhandenen machen den Charakter aus.

Im Kontrast zur großen, möglichst unberührten Maschinenhalle, werden die Räume im Untergeschoß durch wenige „chirurgische“ Eingriffe zu einer Folge (Labyrinth oder Rundgang) unterschiedlicher Milieus verkettet. Auch hier bildet die vorhandene bauliche Substanz (Zwischenräume zwischen den Maschinenfundamenten) die Atmosphäre. Im Untergeschoß entsteht ein Club.

 Phoenixhalle  Collage Bestand

Der pure Charakter des Bestandes soll erhalten und gestärkt werden. Um dies zu erreichen werden der Phoenixhalle an ihrer westlichen Flanke zwei „Terminals“ beigestellt. Diese beiden Bauwerke ergänzen die Halle funktional und rahmen gleichzeitig den Garten.

Im südlichen Grundstücksbereich (südwestlich der Halle) wird ein Eingangsgebäude / Foyer entstehen, welches sich an die Zuwegung (Freitreppe im Außenbereich - öffentlicher Weg zu den Parkplätzen) und dem Phoenixplatz orientiert. Die Möglichkeit, die Veranstaltungshalle direkt und prominent auf den Phoenixplatz zu öffnen ist somit gegeben.

Im nördlichen Grundstücksbereich entsteht ein Backstagebereich mit Umkleiden, Büros und Catering, der auf dem Niveau der Halle in unmittelbarer Nähe zu Bühne und Anlieferung gelegen ist. In den Untergeschossen der beiden Anbauten werden weitere Servicefunktionen wie Garderoben und Toiletten sowie Technikräume untergebracht.

Die Untergeschosse korrespondieren räumlich und funktional mit dem Garten. Die gesamte Erscheinung der Anbauten wird in Anlehnung auf die Vergangenheit von Phoenix West einen industriellen, produktiven Charakter erhalten.

 Phoenixhalle  Lageplan
Situation Phoenix West
 Phoenixhalle  Luftbild
 Phoenixhalle  Schnitt 1:500
Schnitt
 Phoenixhalle  Erdgeschoss 1:500
Erdgeschoss
 Phoenixhalle  Untergeschoss 1:500
Untergeschoss
 Phoenixhalle  Modell Untergeschoss
 Phoenixhalle Visualisierung Eingang
 Phoenixhalle Modell Präsentation

Daten

Bauherr: Four Artist Booking
BGF: 6.770 m2
Planung | Ausführung (LP 1-5): 2012-2017

FormationA mit Büro Jens Casper

Torsten Lockl, Lina Müller, Jens Casper, Nina Langner, Matthias Prüger, Anja Retzlaff, Max Mütsch, Teresa Riethmüller, Benjamin Bosse

Tragwerksplanung: Lederhose, Wittler & Partner GbR, Dortmund
Haustechnik: IG-W, Peter Zeschke, Berlin
Bauphysik: Müller-BBM
Bauleitung: voma projects UG, Wetter | Ruhr