Axel-Springer-Campus

Geladener Realisierungswettbewerb 2013, Berlin (D)
Axel Springer Campus Ansicht

Ein Neues Haus

Mit dem Beginn der Moderne vor etwa 100 Jahren entbrannte ein Streit darüber, wie die Architektur der Zukunft aussehen sollte. Aus dieser Zeit ist ein Schlagabtausch zwischen Hugo Häring, einem bedeutenden Vertreter stark funktionalistischer und auf die Produktionsabläufe der Bauaufgabe fokussierten Architektur, und Ludwig Mies van der Rohe, dessen Bauten eine wesentlich selbstbezüglichere Sprache ausweisen, was heißt, dass eine Lagerhalle, ein Wohnhaus oder, die keiner näheren Erläuterung bedürfenden Neuen Nationalgalerie, einen beinahe identischen Entwurf zugrunde liegen konnte, überliefert. Eine formale „Neutralität“, welche nahezu jeder Nutzung gerecht würde, ist dabei die grundlegende Philosophie Mies van der Rohes. Während dieses Schlagabtauschs soll Mies zu Häring halb im Scherz, halb berichtigend gesagt haben: „Hugo, machs gross genug, dann kannst du alles hineinpacken“… weiter

Axel Springer Campus Axometrie

Stadt

Es ist die Heterogenität, das Unfertige, das Anzueignende, das den Charme und die Chancen Berlins und dessen „Appeal“ massgeblich ausmacht. Zentral dabei ist nicht zuletzt dessen lang zurückliegende Handels- und Industrievergangenheit, die oft zum Standort der neuen Kreativen wird; die Kontorhäuser, Fabrikgebäude, Hinterhaus - Stadtblocks, Mietskasernen beherbergen die neue Arbeit. Der Ateliercharme, das Zwischengenutzte, ist dabei oft eine grössere Währung als die bisherigen unternehmerischen Repräsentationsmodelle. weiter...

Axel Springer Campus Perspektive Aussen

Vom Campus und Forum

Der historische Begriff „Campus“, beschreibt die Zusammenführung aller geistlichen und weltlichen Prozesse. In dieser konservativen Vorstellung einer Campusplanung zeigen sich nicht zuletzt auch zeitgemäße Indizien für die Verschiebung des Arbeitsbegriffs. Weg von der materiellen Produktion, hin zu Forschung, Information und Kommunikation; So versteht sich Campus vor allem als ein gedankliches Modell. weiter...

Axel Springer Campus Typologie

Typologie

Unser Entwurf orientiert sich am Berliner Stadtblock im Habitus der Gewerbehöfe. Wir adaptieren dabei dessen Vorteile und Versprechen zeitgemäss, und kombinieren diesen mit den Anforderungen an eine gänzlich neue, noch zu definierende Nutzung. weiter...

Axel Springer Campus Axometrie Grundrisse

Ein Ansatz dazu ist das „Super-Kontor“; eine grossmassstäbliche Struktur mit erhöhter Bautiefe in Kombination mit maximierter, horizontaler Fläche. Dabei erfolgt gleichzeitig im Inneren eine starke Auflösung der Geschosse, die den vertikalen Erschliessungsraum zum Begegnungsraum werden lässt. Die Aufteilung der ‚Partitionen‘ bestimmt die Nutzung. weiter...

Axel Springer Campus

Struktur und Konstruktion

Der Wunsch nach Flexibilität bedeutet aber nicht die Einteilung des Gebäudes in neutrale Flächen. Es ist Strukturell zwingend, diese auf elementarer Ebene zu implementieren. So basiert das Gebäude auf einem Gerüst aus Betonröhren, die die einzelnen Zonen quasi „verlinken“, und das Rückgrat der Nutzung bilden. weiter...

Axel Springer Campus
Axel Springer Campus

Arbeitswelt

Ausgehend von der Frage nach dem Bürohaus der Zukunft wird schnell klar, dass die Paradigmen der neuen „Arbeit“ aus der Arbeit als klar umrissenem Tätigkeitsfeld immer diffusere Bedingungen und Modalitäten generieren. Die Arbeitswelt der Zukunft ist die Arbeit ohne Arbeit. weiter...

Axel Springer Campus

Auftritt

Hier, wo kreative Arbeit und gemeinsame Prozesse vorangetrieben werden, ist Warhol‘s ‚Factory‘ nicht weit. Als Inbegriff postmoderner Repräsentation ist dies eine Arbeitsstätte der Nichtarbeit (bei gleichzeitig ungeheurem Produktionsvolumen). Die Factory ist keine Assoziation von Ungefähr. Folgt man Boltanskis und Ciapellos „Der neue Geist des Kapitalismus“, so ist der Künstler der Prototyp des neuen Ich-Arbeiters. Er/Sie ist die Blaupause für die Arbeiter der Creative Industries; erteilt sich selbst ein Imperativ der Tätigkeit, ist gut vernetzt, leistet ungefragte Mehrarbeit, kritisiert, kontrolliert und definiert seine Agenden selbst, leistet ‚coole‘ Arbeit, teilt ‚cooles‘ Wissen, propagiert ‚coole‘ Musik. weiter...

Visualisierung Gartenansicht

Daten

Bauherr: Axel Springer
BGF: 84.000 m2
Planung | Wettbewerb: 2013

FormationA mit Büro Jens Casper

Torsten Lockl, Lina Müller, Jens Casper, Robert Müller, Matthias Prüger, Max Mütsch, Ana Roman, Charlotte Pfrommer

Tragwerksplanung: Prof. Dr.-Ing. Alexander Stahr, Weimar
Haustechnik: Building Applications Ingenieure, Berlin
Visualisierung: xoio Berlin