BB3, Berlin-Pankow

Studie zur Umnutzung einer Industriehalle als Film- und Fotostudios
Innenansicht

Das alte Kesselhaus des Bergmann-Borsig-Werks in Berlin Pankow, vormals Herz und Antrieb einer Fabrik und Stätte harter Arbeit, soll sich von neuem zu einem Ort produktiver Arbeit entwickeln und zu einem Film- und Fotostudio umgebaut werden. Diese Aufgabe mit geringem Aufwand und behutsamen Eingriffen in das bestehende denkmalgeschütze Gebäude zu lösen, ist Ausgangspunkt unserer Studie.

Um abzuschätzen über welche Qualitäten das Gebäude in seiner Grundkonzeption verfügt und welche Punkte einem reibungslosen, professionellen und komfortablen Ablauf der Produktionen im Wege stehen, galt es zunächst, die Abläufe bei Film- und Fotoproduktionen innerhalb des Bestandes zu deklinieren.

Einer der wichtigsten Hauptakteure bei Film- und Fotoshootings ist die große Hohlkehle, die den neutralen Hintergrund bildet, vor dem die eigentliche Produktionsarbeit statt findet. Um das, was schließlich auf der Hohlkehle erarbeitet wird, vorzubereiten, werden zusätzlich Räume benötigt, in denen die Masken, Garderoben und Lager untergebracht sind. Hinzu kommen Orte, an denen die Mitglieder des Teams sich auf ihre Arbeit vorbereiten, sich in den Pausen ausruhen oder eine Kleinigkeit essen können. Eine räumliche Flexibilität ist dabei notwendig.

Innenansichten Bestand

Das alte Kesselhaus besteht aus zwei nebeneinandergeschalteten Hallen. Die westliche ist um einen quer zur Hauptachse ausgerichteten Flügel erweitert, an den sich ein eingeschossiger Anbau anschließt. Das Bodenniveau der beiden Hallen unterscheidet sich um 2 m, so dass sich unterschidliche Dimensionen und damit auch räumliche Qualitäten entwickeln. Die östliche Halle verfügt über einen Keller. Hier finden zukünftig Lagerflächen, Nebenräume und Ateliers Platz.

Innenansichten Bestand

An den Giebelseiten der Hallen bietet sich ausreichend Platz für große Hohlkehlen. Die nördliche Außenwand erstreckt sich über alle Hallenteile und bildet so ein Rückgrat für die Intervention. Zwischen Hohlkehle und Rüchgrat spannt sich die eigentliche “Produktionszone”.

Die dünne Haut des alten Industridenkmals bietet Schutz vor dem Wetter, vermag den bauphysikalischen Anforderungen an eine modernen Arbeits- und Produktionsstätte aber nicht gerecht zu werden. Um sowohl die Eingriffe vor allem funktional und wirtschaftlich zu gestalten, als auch eine denkmalpflegerische Haltung zu unterstreichen, die dem Bestand seinen möglichst großen Wirkungsraum zu lassen versucht, muss es im Rahmen unseres architektonischen Eingriffs gelingen die “Komfortzonen” zu konzentrieren ohne dabei eine intuitive und möglichst flexible Nutzung aus den Augen zu verlieren.

An dieser Stelle erscheint es uns notwendig, den Schwerpunkt der Intervention auf eine rückwärtige räumliche Serviceschiene zu legen. Diese Raumschicht muss sicherstellen, dass die Arbeits- und Produktionsabläufe in den Hallen reibungslos funktionieren und gleichzeitig ein konzentriertes und doch komfortables Arbeiten mögich ist. Der Einbau eines passgenauen funktionellen Möbels, eines Regals, dessen Fächer all jene Aufgaben übernehmen, die die Hallen allein nicht zu erfüllen vermögen, wird die zentrale Entwurfsidee.

Modell Einbauten
Modell Innenansicht Halle 1
Modell Innenansicht Halle 2
Erschliessung und Zwischenbereiche

Erschliessung und Zwischenbereiche

Erdgeschoss

Ebene + 0.00

2. Obergeschoss

Ebene + 3.50

Innenansichten Bestand

Daten

Bauherr: privat
BGF: 1.650 m2
Studie 2014

FormationA

Torsten Lockl, Lina Müller, Teresa Riethmüller, Matthias Prüger